Angenehme 23 Grad hatte es an jenem 18. Juni 1950, als ein wichtiger Meilenstein der noch so jungen Vereinsgeschichte des SV Dörfleins vollzogen wurde. Pünktlich hatte es an diesem Sonntag aufgehört zu regnen, sodass die bevorstehende Einweihung des nagelneuen Sportplatzes einen würdigen Rahmen erhielt. Von früh bis spät war dabei einiges geboten.
Bereits um neun Uhr morgens begannen an diesem Tag die Feierlichkeiten rund um die Weihe des neu angelegten Dörfleinser Sportplatzes. Hallstadts Stadtpfarrer Rössert hatte zum Gottesdienst für den Verein in die St. Ursula Kapelle eingeladen. Im Anschluss folgte eine Prozession hinunter zum Sportgelände des SV Dörfleins, an der zahlreiche Menschen teilnahmen. Neben einer Vielzahl der Einwohnerschaft waren auch die damals noch eigenständige Gemeindeverwaltung von Dörfleins, eine Fahnenabordnung anderer Vereine, die Vorstandschaft des Patenvereins SV Hallstadt und die Blaskapelle „Kleeblatt Stettfeld“ gekommen, um die Sportplatzweihe feierlich mitzubegehen. Am SVD-Gelände angekommen, ergriff Valentin Morgenroth als Mitglied des Festausschusses zunächst das Wort, um alle herzlich Willkommen zu heißen. Im Anschluss hielt auch Pfarrer Rössert eine kurze Ansprache, in der er die Errichtung eines Sportplatzes sehr begrüßte. Er wandte sich dabei auch an die anwesenden Fußballer, um sie vor Unkameradschaftlichkeit auf dem Spielfeld zu mahnen. Es folgte mit der kirchlichen Weihe des Sportplatzes der Höhepunkt dieses Vormittags.

Schon damals war es Brauch, auf einen offiziellen Teil noch einen geselligen Teil folgen zu lassen. Da der SV Dörfleins im Jahr 1950 aber noch über kein eigenes Sportheim verfügte, fand dieser aber nicht am Sportplatz selbst statt, sondern in der Ortsmitte im Vereinslokal Schwarzer Adler, in der Brauerei Eichhorn. Offiziell wurde hierbei zum „Frühschoppenkonzert“ eingeladen, bei dem es es festlich-musikalisch zuging. Nachdem sich jedermann gestärkt hatte, stand auch schon das nächste Highlight dieses Einweihungstages bevor. So wurden am frühen Nachmittag der SV Zückshut, der SC Kemmern und der SV Hallstadt als auswärtige Vereine symbolisch vom Ortseingang abgeholt, um gemeinsam festlich zum Sportplatz zu marschieren und erste Freundschaftsspiele abzuhalten. Ein zweites Mal also setzte sich an diesem Tag eine Vielzahl an Menschen in Bewegung, um an das frisch geweihte SVD-Sportgelände zu kommen.

Um 14:30 Uhr hatte das Warten für die Gründungsmannschaft des SV Dörfleins ein Ende. Das erste Freundschaftsspiel gegen den SV Zückshut hatte – unter der Leitung eines Oberhaider Schiedsrichters – begonnen. Schon zur Halbzeitpause hatte sich der SVD dabei mit 3:0 in Front geschossen, ganz zur Freude der zahlreichen Zuschauer am Spielfeldrand. Am Ende stand im Premierenspiel dann tatsächlich ein 4:2-Erfolg auf der Habenseite – das alles durch einen Dreierpack von Franz Schreimel sowie einem Eigentor der Gäste. Anschließend traten noch der SV Hallstadt und der SC Kemmern gegeneinander an, ehe sich ein ereignisreicher Tag langsam dem Ende näherte.

Wer wollte, war jetzt noch einmal in den Schwarzen Adler eingeladen, um in geselliger Runde noch etwas Gemeinschaft zu pflegen. Aus dem Protokoll des damaligen Schriftführers Josef Karl geht dabei deutlich hervor, dass man die dritte Halbzeit in Dörfleins schon immer relativ ernst genommen hat. So schreibt er in seinen Aufzeichnungen: „Bei schäumendem Bier und auf dem Tanzboden machten sich Alt und Jung vergnügt bis in die späte Nacht.“ Nur wenige Wochen später absolvierte der SV Dörfleins sein erstes Pflichtspiel gegen die SpVgg Ebing. Dabei sollte sich ein weiterer Meilenstein ereignen.
