Im Frühjahr 2020 legte die Coronapandemie bayernweit den Regelspielbetrieb im Fußball lahm. Für den SV Dörfleins sollte dies am Ende drastische Folgen haben, denn der Bayerische Fußballverband konnte die Saison selbst nach einer einjährigen Verlängerung nicht zu Ende spielen. Auch andere Abteilungen litten zugleich unter den Einschränkungen.
Unterbrechung kurz vor Rückrundenstart
Wer ein wenig abergläubisch ist, der wird sagen: Ausgerechnet! Ausgerechnet an einem Freitag, den 13. verkündete der Bayerische Fußballverband im März 2020, dass der reguläre Spielbetrieb in sämtlichen bayerischen Spielklassen aufgrund der Coronapandemie kurz vor dem geplanten Rückrundenstart unterbrochen werden muss. Zunächst war vorgesehen, den Spielbetrieb bis zum 24. März ruhen zu lassen. Danach wollte man sich ein Bild davon machen, ob Corona wirklich ein so großes Thema in Deutschland werden würde. Leider wurde es das.
Das Vereinsleben kam beim SV Dörfleins in der Folge in sämtlichen Abteilungen schnell zum absoluten Stillstand. Ausgangsbeschränkungen, Abstandsregelungen und weitere Schutzmaßnahmen machten einen normalen, geselligen Alltag vollkommen unmöglich. Daran änderte sich viele Monate erstmal nichts.

Entspannter Sommer, harter Winter
Während der Coronazeit half es, kreativ zu werden. Im Sommer 2020 waren Sporteinheiten im Freien unter der Einhaltung besonderer Schutzvorkehrungen erstmals wieder erlaubt worden. Das veranlasste die Tanzabteilung dazu, ihre Trainingseinheiten mit genügend Abstand im Freien durchzuführen. Und auch die Fußball-Kreisliga rollte im September 2020 vorerst wieder an. Für den SV Dörfleins ging es nun darum, sich schnellstmöglich von den Abstiegsrängen zu befreien. Dorthin war man aufgrund einer katastrophalen Vorrunde 2019 hineingerutscht.
Als man gerade dabei war, das Ruder herumzureißen, folgte jedoch der nächste Rückschlag. In den Herbst- und Wintermonaten rollte eine neue Coronawelle auf das Land und die Region zu, sodass der Spielbetrieb zum zweiten Mal unterbrochen werden musste. Gut ein halbes Jahr, bis zum 18. Mai 2021 wartete der Bayerische Fußballverband diesmal ab, ob die Restsaison noch gespielt werden könnte. Dann wurde klar: Es geht nicht. Die Saison 2019/2021 wurde abgebrochen.

Quotientenregelung sorgte für Abstieg
Für die vielen Mannschaften im Auf- und Abstiegskampf taten sich nun etliche Fragen auf. Zwischenzeitlich wurde darüber spekuliert, ob man die Saison gänzlich aus der Wertung nehmen sollte. Dann aber legte sich der Verband auf die Anwendung einer Quotientenregelung fest. Die Anzahl an absolvierten Ligaspielen wurde durch die bisher erreichte Punktzahl geteilt – daraus ergab sich eine weitestgehend faire Abschlusstabelle.
Diese Regel sorgte aber dafür, dass die erste Mannschaft es nicht geschafft hatte, die Kreisliga zu halten. Der erste Abstieg in die Kreisklasse seit 1997 war die Folge. Auch die zweite Mannschaft musste daraufhin eine Liga runter, denn sonst hätten der SVD1 und der SVD2 in derselben Spielklasse agiert, was nach den Statuten des BFV nicht möglich ist. Bei den Damen hingegen knallten zugleich die Sektkorken. Ihnen war es durch die Quotientenregelung gelungen, den Aufstieg in der Kreisklasse Süd perfekt zu machen.

Die direkte Rückkehr in die Kreisliga
Als die Coronazeit im Jahr 2022 endlich vorüber war, hatte der SV Dörfleins den direkten Wiederaufstieg schon längst wieder ins Auge gefasst. Die starke Konkurrenz in der Kreisklasse machte es der Elf von Jochen Kutzelmann allerdings äußerst schwer. Vier Spieltage vor dem Ende der Saison 2021/2022 glaubten in Dörfleins nur noch ganz wenige daran, dass man den direkten Wiederaufstieg wirklich noch erreichen kann. Der Rückstand auf die Konkurrenz aus Viereth und Mürsbach schien einfach zu groß. Doch was dann folgte, war an Fußballwahnsinn kaum zu überbieten.
Woche für Woche schmolz der Vorsprung des FC Viereth und des VfL Mürsbach auf den Plätzen eins und zwei plötzlich – und am vorletzten Spieltag rutschte der SVD durch einen 5:1-Erfolg beim FC Rentweinsdorf und gleichzeitigen Patzern der Kontrahenten dann tatsächlich noch auf die Spitzenposition. Das finale Saisonspiel gegen den Post-SV Bamberg gewann man eine Woche später durch ein goldenes Tor von Johannes Diem mit 1:0, somit war der Aufstieg in die Kreisliga auf Biegen und Brechen und mit ganz viel Kampf und Leidenschaft doch noch erreicht.
Durch die geschaffte Rückkehr in die Kreisliga war die Coronazeit für die Fußballer endgültig überwunden. Andere, wie beispielsweise die Dörfleinser Kegler, kämpfen allerdings auch heute noch um den Erhalt ihrer Mannschaften. Es bleibt zu hoffen, dass sich ähnliche Einschränkungen in das Vereinsleben niemals wiederholen und dass sich alle Abteilungen langfristig von den Folgen der Pandemie erholen können.

