An Pfingsten 1959 beging der SV Dörfleins die Feierlichkeiten zu seinem zehnjährigen Vereinsbestehen. Der eigens dafür gebildete Festausschuss hatte hierzu ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet, das zahlreiche Besucher in den Ort lockte. Im Fokus dessen stand natürlich auch wieder einmal der Fußball.
Eine Aufforderung, die Wirkung zeigte
Vereinsinitiator Matthäus Albrecht rief auf der Gründungsveranstaltung im Oktober 1949 den Appell aus, dass sich die Mitglieder eines neugegründeten Sportvereins rege am aktiven Vereinsleben beteiligen müssten, um diesen langfristig im Ort etablieren zu können. Als dann am Pfingstwochenende 1959 das zehnjährige Bestehen des SV Dörfleins gefeiert wurde, war längst ersichtlich, dass der SVD aus dem Leben vieler Menschen nicht mehr wegzudenken war. Der Appell von Matthäus Albrecht zeigte Wirkung und das Vereinsleben boomte.
Ein zehnköpfiges Team war schließlich im Vorfeld der Feierlichkeiten rund um das erste Vereinsjubiläum des SV Dörfleins von Nöten, um ein dreitägiges Festprogramm an Pfingsten 1959 auf die Beine zu stellen. Es sollte an diesem Wochenende sportlich, würdevoll und natürlich auch gesellig zugehen, um möglichst viele Menschen im Ort anzusprechen.

Samstag, 16. Mai 1959 – Ein Rückblick, Gratulanten und der Lostopf
In einen vollen Festsaal der Brauerei Eichhorn blickte der Erste Vorsitzende Xaver Rothammer, als er am Pfingstsamstag des Jahres 1959 zu seiner umfassenden Festrede anlässlich des runden Geburtstags des Sportvereins ansetzte. Strukturiert blickte er dabei zurück auf die ersten sportlichen Erfolge, die der SVD im Fußball bereits einfahren konnte. Zum Zeitpunkt der Feierlichkeiten waren bereits mehrere Auf- und Abstiege in den noch jungen Geschichtsbüchern festgeschrieben. Besonders erfreulich war dabei, dass es die Männer rund um Trainer Adam Fack ausgerechnet im Festjahr 1959 geschafft hatten, einen direkten Wiederaufstieg in die B-Klasse hinzulegen.
In seiner Rede fortfahrend, hob Xaver Rothammer auch die Gründungsmitglieder einmal gesondert hervor und dankte ihnen für ihren engagierten Einsatz für den Sportverein. In diesem Zusammenhang wurde auch ein Totengedenken für Gründungsmitglied Alfred Haas abgehalten, der nur wenige Monate vor den Festlichkeiten bei einem Autounfall ums Leben gekommen war.
Es folgten im Anschluss mehrere Gratulationen von Vertretern der Nachbarvereine des SV Hallstadt, des FC Baunach und des TSV Eintracht Bamberg, die an diesem Wochenende allesamt noch zu einem Jubiläumsturnier auf dem Dörfleinser Sportplatz antraten. Den erbrachten Glückwünschen schlossen sich auch der Gesangverein Cäcilia, der Katholische Burschen- und Männerverein Dörfleins, der Krieger- und Militärverein Dörfleins, der damalige Schiedsrichter-Obmann sowie der Dörfleinser Bürgermeister Eichelsdörfer an.
Den letzten offiziellen Teil des Programms stellte an diesem Abend die Auslosung der beiden Halbfinalspiele des Jubiläumsfußballturniers dar, das an den beiden Folgetagen ausgetragen wurde. Die Ziehung ergab die Begegnungen zwischen dem FC Baunach und dem TSV Eintracht Bamberg sowie zwischen dem SV Dörfleins und dem SV Hallstadt. Dann war es Zeit für den geselligen Teil des Abends, den der Gesangverein Liederhort mit musikalischen Einlagen untermalte.
Sonntag, 17. Mai 1959 – Mit flotten Märschen in die Halbfinals
Nach einem lang andauernden Abend im Festsaal der Brauerei Eichhorn, ging es am nächsten Tag dann sportlich zu. Pünktlich um 13:00 Uhr zogen die Fußballer des SV Dörfleins gemeinsam mit den drei geladenen Mannschaften des Jubiläumsturniers festlich mit einer Blaskapelle zum Sportplatz. Dort angekommen, erwartete eine große Zuschauermenge den Anstoß des ersten Halbfinalspiels, das der FC Baunach letztlich gegen den TSV Eintracht Bamberg gewinnen sollte. Es folgte mit dem zweiten Halbfinale noch das Lokalderby zwischen dem SV Dörfleins und dem SV Hallstadt, bei dem sich die Jubilare knapp mit 2:3 gegen ihren Patenverein geschlagen geben mussten.
Als die Fußballspiele zu Ende gegangen waren, versammelten sich zahlreiche Vereinsmitglieder erneut im Vereinslokal in der Ortsmitte. Leider jedoch sorgte anhaltender Regen dafür, dass sich viele Gäste an diesem Abend schon vorzeitig zum Aufbruch nach Hause entschieden.

Montag, 18. Mai 1959 – Der Ausklang eines gelungenen Festes
Die Sonne war zurück am Morgen des 18. Mai 1959, als Domkapitular Eichhorn zum Festgottesdienst mit Gefallenenehrung in die St. Ursula Kapelle einlud. Beim anschließenden Frühschoppen fieberten die Vereinsmitglieder bereits dem Nachmittag entgegen, schließlich sollte an diesem Montag noch das Spiel um Platz drei und das Finale des Jubiläumsturniers stattfinden.
Der TSV Eintracht Bamberg zog dem SV Dörfleins im „kleinen Finale“ dabei schnell alle Zähne und sicherte sich mit einem haushohen 7:1 den dritten Turnierplatz. Deutlich enger ging es anschließend im Finale zwischen dem FC Baunach und dem SV Hallstadt zu. Nach Abpfiff der regulären Spielzeit stand es 1:1-Unentschieden, sodass ein Elfmeterschießen die Entscheidung hervorbringen musste. Nach jeweils fünf antretenden Schützen sicherte sich der SVH schlussendlich den Turniersieg.
Zum Ausklang fand am Abend beim Festtanz im überfüllten Saal der Brauerei Eichhorn noch die Siegerehrung für die Fußballer statt, ehe die Feierlichkeiten rund um das zehnjährige Vereinsbestehen allmählich zu Ende gingen. Im Nachgang wurde das Fest von den Verantwortlichen als vollumfänglich gelungen bezeichnet.
